Freilaufrolle - der Aufbau
Der Aufbau einer Freilaufrolle unterscheidet sich von anderen Multirollen nur dadurch, dass durch einen zusätzlichen Hebel ein Freilauf eingeschaltet wird, der einen reibungslosen Schnurabzug ermöglichen soll, wenn ein Fisch anbeißt und der Bügel geschlossen ist. Mit Hilfe der Heckbremse kann der Angler seine Freilaufrolle noch so einstellen, dass der Fisch keinen Widerstand spürt, wenn er mit seiner Beute abziehen will. Diese Feineinstellung kann der Angler so regeln, dass die Fließgeschwindigkeit, der Wind und der zu erwartende große Fang berücksichtigt werden kann.
Zum anderen
ist durch diesen Freilauf auch die Gefahr ausgeschlossen, dass die
Angelrute bei einem überraschenden Biss mit ins Wasser gezogen
wird, weil der Angler vergessen hat, den Bügel zu
öffnen. Beim Auswerfen sollte aber dieser Freilauf
ausgeschaltet sein, sonst sind die schönsten Perücken
vorprogrammiert. Stellt sich der erwartete große Fang dann
ein und der Angler möchte seinen Fisch landen, dann
spürt er meistens jetzt, ob er eine gute Rolle gekauft hat.
Durch das große Gewicht des Fisches und dessen Kampfgeist
wird die Freilaufrolle
stark beansprucht. Das macht sich beim Einholen der
Schnur bemerkbar, wenn beim Drehen der Kurbel diese hakt und es sich
schwer drehen lässt. Dann kann das daran liegen dass das
Getriebe zu schwach gelagert ist, die Zahnräder verhaken sich
und das Einholen der Schnur wird problematisch. Man sollte sich beim
Kauf einer Rolle die technischen Daten ansehen, um zu wissen, welche
Ausstattung die Rolle hat.
Zu empfehlen sind Rollen mit 5 Stahlkugellagern bis hin zu einer Rolle, die mit 9 Kugellagern ausgestattet ist und einem maschinengefertigten Getriebe, welches so weich läuft, dass selbst der härteste Drill ein Vergnügen ist. Die stabile Lagerung des Getriebes ist ein Muss, wenn die Rolle ihre Leichtgängigkeit behalten soll, dabei aber ihre ganze Kraft umsetzen kann. Man sollte sich in diesem Zusammenhang auch die Angabe der Übersetzungsgrößen ansehen, denn wenn eine zu hohe Übersetzung gewählt wurde, kann es leicht passieren, dass die Freilaufrolle überstrapaziert wird. Man stelle sich einen schweren Fisch vor, der ziemlich schnell eingeholt werden soll. Man kurbelt sehr schnell und die Spule dreht sich um die Übersetzungszahl schneller, also z.B. 1:8 , dann dreht sich die Spule acht Mal so schnell wie die Kurbel und spult entsprechend so viel Schnur auf. Ist dann das Material zu weich, oder nicht qualitativ gut genug, dann ist dass das Ende der Rolle vorprogrammiert. Durch die sehr hohe Kurbelkraft wird eine starke Reibung verursacht, die wiederum einen starken Getriebeverschleiß bewirkt. Somit ruiniert man durch Unwissenheit seine Rolle. Das hätte schon beim Kauf der Rolle erklärt werden können, denn billig gekauft ist meistens zwei Mal gekauft. Deshalb sollte man sich im Angelfachgeschäft auch beraten lassen.